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15 Jan 2010 
Heyho nach kurzer Urlaubsunterbrechung, gibt’s hier ab sofort wieder das Neueste von meinen Verrücktheiten aus dem Land des Hotpot. Hotpot ist mein Dönerersatz und macht mich glücklich. Deshalb hab ich gleich 3 Hotpotessen in der Woche gebraucht, in der Daniel wieder dahin zurückgekehrt ist, wo es Döner gibt und ich mich aus meinem Depriloch fröhlich futtern musste. Genug vom Essen, obwohl ich an der Stelle noch sagen kann, dass Daniel sich super mit den Essstäbchen geschlagen und auch Gefallen am Chinesischen (besonders Sichuaner) Essen gefunden hat. Neben regelmäßigen Restaurantbesuchen ist er in seiner Urlaubswoche auch sonst sehr herumgekommen. Nachdem wir in Nanjing durch bekannte und unentdeckte Sehenswürdigkeiten spaziert sind, gings sogar nach außerhalb. Im Städchen Nanjing ging es zum sehr abgelegenen Tempel Yuejiang Tower von dessen (furchteinflößender) Höhe aus man den Jangtze wunderbar sehen könnte, wäre da nicht dieser Smognebel gewesen. Der Tempel an sich ist sehr eindrucksvoll und schön bunt :) Weiter gings zum Denkmal der Märtyrer der Revolution, heroisch und vaterlandzentristisch wie man erwartet, trotzdem mit einer wunderschönen Ehrenhalle und einer liebevoll gestalteten Parkanlage, unser erster Ausflug nach Daniels Ankunftstag. Der war ja lustigerweise auch noch mein Geburtstag und Daniel das Geschenk meines Lebens. Da kann leider der leckere Käsekuchen, den mir die Nanshida-Clique beim Reinfeiern geschenkt hat, nicht mithalten. Danke an dieser Stelle nochmal an alle Schreiber von Geburtstagskarten und Mitsendern von Überraschungen! Alles ist gut angekommen, aber teilweise schon nicht mehr da :) Daniels einziger Wunsch für Nanjing war mindestens ein Tagesausflug zur (wer hätts gedacht) Computerstraße. Als wir also 3 Tage die Elektronikkaufhäuser durchkämmten, hatte er eingesehen, dass nicht alles so günstig in China ist und hat am Ende seinen Einkaufswunschzettel nicht komplett abgehakt. Dahingegen hab ich jetzt einige PC-Zubehörteile mehr als ich jemals vorher an einen Kauf gedacht hatte, eine externe Festplatte, ein neues CD-Laufwerk (jetzt kann ich wieder DVDs gucken), ein Bluetooth Headset. Es folgten Ausflüge zur Gedenkstelle des Nanjing Massakers von 1937, was absolut sehenwert und ein Muss für jeden Nanjingbesuch ist, und ein erneuter Gipfelsturm zum Sun Yatsen Mausoleum und der Linggu Pagode *bibber*. Weiter geht’s zum Xuanwu See, dem größten in Nanjing, mit seinen 4 Inseln, nur leider im Winter nicht besonders sehenswert. Zum Glück gab es da diese Fernsehspielshow auf der ersten Insel, die wir uns nicht entgehen lassen konnten. Da fahren Chinesen mit Schubkarren Slalom, melken Tennisbälle aus einer aufgeblasenen Kuh und, das absolute Highlight, jagen ein Grüppchen Ferkel mit dem Ziel eins zu fangen :D Unser einziger Besuch im Xinjiekou brachte Daniel ein paar Schuhe und mir eine zuckersüße rosa Minitasche, meine neue Lieblingsbegleiterin „Maid Marian“. Für unsere Ausflüge musste man viel Zeit einplanen, was dazu führte, dass ich 10 Tage die Uni nicht besucht habe und jetzt zur Zeit im Aufholstress stehe, in 2 Wochen sind Prüfungen....Naja, als Ausrede hab ich starken Durchfall wegen verdorbenen Essen angegeben. Nur eine Halblüge, war Daniel und mir es für 2 Tage doch wirklich kotzübel und wir haben die meiste Zeit im Bett verbracht. Und das gerade am 24.12.. Obwohl eine wirklich lustige Weihnachtsparty bei den Belgierinnen stattfand und die Mädels köstliche Spaghetti gekocht hatten, konnten wir von denen kaum was essen und sind ziemlich früh wieder gegangen. Aber nicht ohne vorher das oberwitzige Wichteln mit den verrücktesten Geschenken aller Zeiten mitzuerleben. Daniel hat am Ende wirklich mein Wichtelgeschenk bekommen, was er sich die ganze Zeit gewünscht hat. Wer jetzt jemanden in Chemnitz mit riesigen Super Mario Ohrenschützern sieht, der mache ein Foto und schicke es mir als Beweis, dass er die tatsächlich in Deutschland trägt :) Einzig die eigentlich obligatorische Flussfahrt auf dem Qinhuai Fluss hat nicht mehr reingepasst, dafür waren wir im Zhanyuan Garten neben dem Konfuziustempel und bei Nacht mit Führung und Theatervorstellung war das sogar ein wenig spektakulärer als die Flussfahrt hätte sein können. Die Morgen wurden jeweils mit ausgiebig kuscheln und einer neuen Ladung „Scrubs“ Folgen (mein Weihnachtsgeschenk) begonnen, traumhaft :) Daniels Weihnachtsgeschenk ist nicht überraschend, es ist das Fotobuch, womit die Fotos jetzt öffentlich sind und ich einige andere noch zum begucken online stell :) Übrigens findet ihr die Bilder zu Daniels Besuch auch im Dezemberalbum, Dezember war schon absolut fantastisch. Der Januar ist nicht rosig, seit Daniel wieder fort ist steck ich im Vokabelnlernen, nächste Woche Abschlussprüfung und dann ist die tolle Zeit in Nanjing vorbei, echt schade, wo die lieben Leute alle hier sind und das Städtchen wirklich angenehm *aber auch cool, dann kann ich endlich das Praktikum bei Roth&Rau beginnen* Einen kleinen Vorgeschmack auf mein baldiges Leben in Shanghai haben Daniel und ich schon gehabt, als wir am 30.12. den Silvesterausflug starteten. Ein klasse günstiges und ordentliches Hotel in Nähe der Ubahn, perfekt. Der erste Tag war ruhig, wir besuchten den People's Square, DAS Zentrum von SH, und bis auf einen köstlichen und Cocktails-für-Ladies-frei Abend mit den Zwickauer Mädels haben wir nichts weiter unternommen. Dafür hatten wir ja den letzten Tag 2009. Vor allem so spektakulär geworden, weil das Wetter frühlingssonnig war und wir das Ausnutzen mussten um eine Wahnsinnsaussicht von einem der 3 Wahrzeichentürme der Stadt zu genießen. Um die herum ist übrigens nur expo-bedingte Baustelle, mal sehen ob die das bis Mai alles hübsch bekommen...Trotz Oriental Pearl Tower und dem World Financial Centre, dem 3. höchsten Gebäude der Welt, haben wir uns für den Jinmao Tower entschieden, erstklassig, konnten wir so Geld sparen (vermutlich am günstigsten der 3) sondern auch in fast Augenhöhe mit dem „Flaschenöffner“ stehen. Die Höhe von 88 Stockwerken hat für den Giga-Ausblick gereicht und es waren nur wenig Leute oben. Der Fahrstuhl hat mit seiner Fahrt von 46 Sekunden (9m/s) nur für reichlich Druck auf den Ohren gesorgt. Haha, dass ich nicht lache, gar nichts gegen das Flugzeugfeeling, dass uns danach ereilte, als wir beide uns just-for-fun (nagut, es hat auch was gekostet) in den Transrapid Shanghai gesetzt haben und mit 430km/h 7 Minuten pro Fahrt zum Flughafen hin und zurück gedüst sind. Eigentlich war noch ein kurzer Ausflug auf die Nanjing Lu, die gewaltigste Einkausstraße Chinas geplant, aber weil Silvester vor der Tür stand, hatten wir keine Zeit mehr. Silvester, das war ein köstliches japanisches All-you-can-eat-and-drink Teppanyaki Essen mit den versammelten Zwickauer Chinavertretern und endete im ungeplanten  Verdauungssprint. Teppanyaki ist eine tolle Art von Dinieren, wo der Koch auf einer Eisenplatte vor aller Augen was man will zusammengrillt. Allerdings war das Angebot so köstlich und die Gesellschaft so lustig, dass wir, trotz pünktlichen Aufbruchs in Zeitnot gerieten. Wo wollten wir hin? Dahin, wo es ein Feuerwerk geben sollte, ein ganz Großes! Am Bund, das berühmte Flussufer in Shanghai gegenüber der oben genannten Türmchen. Nachdem wir ein provisorisches Taxi ergattert hatten und das im Stau stecken blieb, hieß es nur noch, rennt!! Dass dabei die Hälfte aller verloren ging, war wohl ein Opfer dieses Abends. Durch Chinesenmassen geboxt und nur noch 3 Minuten bis 12 hasteten wir durch die Nanjing Lu (hab ich sie doch noch besichtigt^^) und sehen schon den Fluss vor uns...bis...eine Polizeistraßensperre. Kein Durchkommen möglich. Und sekundenspäter Feuerwerksgeräusche aber nur Hochhäuser die den Himmel verdecken. Mein Gott, war ich enttäuscht!!! So sehr!! Es gab kein Feuerwerk für Karo dieses Jahr...Aber, der Daniel war hier :) Nach Daniels Rückkehr und meinem erneuten Einstieg ins Unileben, hat sich nichts wirklich aufregendes mehr zugetragen. Ich habe herausgefunden, wie  chinesisches Schach geht und wenn Christian mehr Zeit hätte, würden wir bestimmt auch ab und zu mal spielen. Eine letzte Ankündigung gibt’s es noch: Ich habe meinen Flug nach daheim, ich fliege zurück Mitte Juli!!! :D

Auf zum Hotpot Abendessen!

Hinter ihren Büchern winkt euch die Karo :-)
Bambusdrache · 53 mal angesehen · Einen Kommentar verfassen
21 Nov 2009 
"Was wollt ihr denn da?"

Nachtaktionen - Klassentreffen - Deutschlandbesuch


Bambusdrache · 109 mal angesehen · 2 Kommentare
09 Nov 2009 
So, ich habe zwei Stunden Mittagsschlaf gemacht und nun denke ich, es ist Zeit Neuigkeiten nach Deutschland zu bringen. Es gibt nicht viel, eigentlich hab die letzten 2 nur 3 nennenswerte Ereignisse zu berichten. Deshalb fang ich mal mit dem Wetter an, von dem hängt das erste gleich mal ab. Heute schüttet es und das passt auch ganz gut zur Stimmung. Diese Woche ist Zwischenprüfungswoche, sowohl bei denen in der Nanjing University, als auch bei uns. Der Unterschied ist, dass letzte Woche Freitag, wo die ihre Examen hatten, die Sonne schien. Bei denen lief alles super, wie ich das gehört habe, war vieles dran, was man vorher im Unterricht gemacht hatte und das dann auswendiggelernt in der Prüfung so hinschreiben musste. Da bemüht man sich noch darum, dass die ausländischen Stundenten gut abschneiden und die Harmonie stimmt. Naja, Wischiwaschi-Auswendiglernen gibt es doch aber nicht an der Nanjing Normal. Da muss eine richtig aufgeblähte Prüfung ran, die vor verschiedenen Aufgaben(typen) fast platzt (Vokabelabfrage, Sätzebilden, Lückentext mit Vorgaben, Lückentext ohne Vorgaben, falsche Sätze korrigieren, Dialogvervollständigen, Text lesen und Fragen beantworten und ein Aufsatz mit 200 Wörtern muss auch noch mit rein). Gemischt mit Zeitdruck durch die Vorgabe von lachhaften 2h, sieht man danach ja wunderbar, wer auch wirklich gelernt hat, denn jemand, der diese (wahrscheinlich sowieso zu einfache) Prüfung unter diesen angenehmen Bedingungen nicht mit 100 Punkten abschließt, war eben zu faul. Also, ich sage, dass ich mal überall was hingekritzelt habe, aber mir keine Gedanken machen konnte, über das, was ich schreibe. Ich bin echt sauer, dass die Prüfung so übertrieben war, viele haben bei allen Aufgaben nur die Hälfte gemacht, ich eben oberflächlich alles, am Ende wird sich zeigen, welche Methode besser funktioniert. Dabei hatte ich vorher so fleißig gelernt. Das unfaire daran ist, dass Zwickau keine Unterschiede in den Noten macht, die wir hier für das Studium bekommen. Man hat eben einfach Pech, wenn man in einem schwereren Kurs ist oder schwerere Prüfungen schreiben muss, die Note, die man im absoluten Anfängerkurs bekommen würde zählt soviel wie eine in dem Level wo ich jetzt bin. Toll, Zwickau, was für eine logische Regelung! Es regnet und donnert heute in Nanjing. Letzte Woche war es ein paar Tage eisig kalt bis 0°C. Da hab ich mir gleich eine richtige Erkältung (NICHT Schweinegrippe) eingefangen und ganze 24h geschlafen, bin auch nicht zur Uni gegangen an dem einen Tag. Dazu kommt noch, dass ich bis gestern Abend keine Stimme mehr hatte. Ein Grauen für mich, ich glaube Christian (mit ihm verbringe ich die meiste Zeit des Tages, weil wir in der Uni nebeneinander sitzen) hat es genossen :) Die Ereignisse werden jetzt positiver. Ich habe am SA mein Päckchen aus Deutschland bekommen!!! Drin waren die tollsten Dinge wo gibt (außer in China): Haarspray! Und Lakritze! :D Wer mir übrgens auch mal was schicken will, dem sag ich gern meine Adresse, meldet euch bei mir ;) Und die bei der chinesischen Post können auch Nicht-Zeichen-Schrift lesen. Als drittes Ereignis kommt nun das Ming-Grab an die Reihe. Wir haben den sonnigen Freitag letzte Woche genutzt um in einer kleineren Version unserer Huang-Shan-Reisegruppe in die Purpurberge zu fahren und dort die zweite große Sehenswürdigkeit neben dem Sun Yat-Sen Mausoleum anzugucken. Das Grab des ersten Kaisers der Ming-Dynastie. Das besondere daran ist der Weg, der hinführt. Eine Straße wo links und rechts Tierfiguren aus Stein „wachen“. Kamele, Löwen, Elefanten und Einhörner (stand auf dem Schild), die aussehen wie Hunde (ohne Horn). Das ist übrigens die Geisterstraße aus dem Blogtitel :) (hätte ich gewusst, das die gleich in den Purpurbergen ist, hätte ich den Titel bestimmt anders genannt) War ein lustiger kleiner Ausflug, der mit einem leckeren Essen beim Koreaner abgeschlossen wurde (mjami). Oh, und ich hab euch ja noch gar nicht vom Fotoshooting berichtet. Das war mal echt der Hammer!! Also, ich bin dahin und nachdem die mich dann ungefähr eine halbe Stunde lang geschminkt hat (und richtig krass mit irgendwelchen künstlichen Wimpern und die Augenbrauen dünn geraspelt), da wurde es mir erstmal ganz komisch, vor allem weil das Makeup echt komisch zu meinen Straßenklamotten aussah. Naja, dann durfte ich mir da die Kleider (4 Stück) raussuchen aus ihrem riesen Sortiment. Olli und ich hatten vorher in einem Katalog der Agentur die Themen und Kleider rausgesucht, die ich unbedingt machen wollte, deshalb ging das ganz schnell. Und dann als ich das erste Kleid angezogen hatte war ich so voll begeistert und hab mich selbst nicht wiedererkannt, weil das Makeup dazu so irre gut gepasst hat, das hat mich so sprachlos gemacht. Aber, immer wenn es dann um meine Frisur ging (wurde für jedes Motto geändert), waren die Chinesinnen total überfordert und ich musste ihnen dann zeigen wie ich es haben wollte, gemacht haben sie es dann ordentlich. Ich habe die Fotos selbst noch nicht gesehen, aber Olli hat ein paar Mal auf die Kamera geguckt und gesagt, dass sie super aussehn sollenn, ich bin so sehr gespannt, ich halt es kaum aus^^ In 15 Tagen kann ich hinkommen und die 20 Bilder auswählen, die ins Buch sollen, die haben die dann schon alle bearbeitet. Ich hatte übrigens keine Augenringe, die wurden lückenlos überschminkt, aber ich hatte schon welche von der Party am Tag davor :)

Das wars von einer heute deprimierten Karo aus dem fremden Internetz, unsers läuft zur Zeit nicht richtig, wahrscheinlich sollten wir es mal bezahlen gehen ;) Baibai
Bambusdrache · 40 mal angesehen · Einen Kommentar verfassen
31 Okt 2009 
Sport in Nanjing, das ist so ne Sache. Obwohl ich es Daniel ja versprochen hatte, bin ich außer zu kilometerlangen Shoppingmärschen durch den Xinjiekou (obwohl die jetzt auch seit einem Monat nicht mehr praktiziert wurden) noch zu nichts gekommen. Das liegt daran, dass ich für Sport an der Uni ja auch noch Geld ausgeben müsste und im Wohnzimmer Übungen machen nicht ungestört (und nicht unkommentiert) bleibt. Doch, eine Veränderung liegt in der Luft. Nicht nur neigt sich der Monat und mein Aufenthalt im Wohnzimmer seinem Ende entgegen (eigentlich schade, muss ich doch meine gemütliche Couch aufgeben und wieder in einem Bett mit harter Bambusmattenmatratze schlafen) und ich habe wieder ein Zimmer zum verkrümeln und rumturnen, nein, letztes Wochenende hab ich so ziemlich allen Sport nachgeholt, den ich in den letzten Monaten sicherlich zustande gebracht hätte. Wie ich euch angekündigt habe, sind wir nun zum Huang Shan gefahren. Unsere Reisegruppe: 16 abenteuerlustige und unterhaltsame Nanjing Normalos. Alles Waiguoren, größtenteils aus dem deutsch- bzw. deutsch-kauderwelsch-sprachigen Raum: die Belgierinnen, Schweizer, Holländer, außerdem ein Brite, eine Polin und 3 Japaner. Mit dem Bus ging es, mal wieder, waghalsig rasant und lebensgefährlich nah an Abgründen und Gegenverkehr in 5 Stunden nach Anhui zur gemütlichen Bergstadt Huang Shan, die dennoch (lächerliche) 1,4 Millionen Einwohner haben soll. Nach der Ankunft das Hotel am Bergfuss bezogen und nach dem Mittagessen versammelt um nicht auf den Berg zu klettern, sondern eine andere natürliche Sehenswürdigkeit zu bewundern, die Jiulong (neun Drachen) Wasserfälle. Ach, das Wochenende hatte uns ja supergünstige 27,50€ gekostet, versteckte Kosten traten nur in Form von Essen auf, so haben wir 3 mal im Restaurant gegessen und die 2 Nudelsuppen, die ich mir im Laufe der 3 Tage wegen Mangel an Imbissbuden gönnen musste, hatten jeweils den gigantischen Touristenattraktions-Preis von 1,50€ (30 Cent im Howdy)! Nun ja, obgleich der Huang Shan ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe ist, die Jiulong Wasserfälle sind es sicher nicht und deshalb waren die 9€ Eintritt eindeutig Wucher. Trotzdem war dieser Halbtagesausflug ein wirklich witziges Erlebnis mit viel Rumgekraksel auf rutschigen Steinen in Flüssen :) Am Abend schön zeitig eingeschlafen um am Morgen früh mit dem Bus zum Ort des Loswanderns gefahren. Jetzt stellt euch aber nicht vor, wir ersteigen den knapp 2000m hohen Gelben Berg wie seine europäischen Verwandten auf geschwungen Waldwegen mit hölzernen Geländern. Vergesst nicht, wir sind hier in China. Den Wald gab es und die Wege waren geschwungen, was den 7-stündigen Aufstieg erklärt, der Rest ist europäisches Verständnis von Bergwandern. So beginne ich mit dem, was sofort nicht übersehen werden konnte: WaldWEG? Fehlanzeige. Das chinesischen Verständnis von BergSTEIGEN ist wörtlich zu nehmen. Treppen-Stufen seit dem ersten Schritt. 7 Stunden. Ihr könnt euch meine Motivation vorstellen, bin ich doch schon ohne solche Erschwernisse ein bekennender Bergsteig-Hasser. Hab ich ein Glück gehabt, dass wir auf den Huang Shan geklettert sind, denn der erste Ausblick, der sich nach einigen Metern bot, war absolut atemberaubend. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich je so eine wahnsinnig schöne Landschaft gesehen habe. Ihr müsst die Bilder anschauen!! Und stellt euch dann noch einen angenehm warmen wolkenfreien Tag, eine lustige kleine Gruppe (ich war Teil der gemütlich „wandernden“ Nachzügler) und einen fast menschenleeren Aufstieg (die Masse an Chinesen hat die Seilbahn genommen) vor, ihr glaubt nicht, wie positiv sich das auf meine Stimmung ausgewirkt hat. Ich war den ganzen Tag auf einmal sowas von motiviert, ich wollte eben noch viel mehr sehen. Je weiter wir dann gestiegen sind umso mehr ist uns dann der zweite gravierende Unterschied zum westlichen Bergsteigstil aufgefallen.Geländer vergessen? An einigen Stellen waren die Stufen nun gerade mal einen Meter breit und neben einem der Abgrund, sehr beklemmend, am besten immer nach unten gucken, wo man hintritt. Auf der anderen Seite verleitet der offene Zugang zu Felsvorsprüngen und -wänden es auszunutzen einen Berg auch mal weiter zu erklimmen als es in Europa zugelassen wird, der spektakulären Bilder wegen. Aber, keiner ist verloren gegangen ;) Als wir die Stelle erreicht hatten wo die Seilbahn endet war es dann nicht mehr so schön einsam und wir zwängten uns in einem Bulk von Chinesen weiter durch Felsspalten und über Steinhaufen. Unser Ziel war übrigens ein Hostel zum Nächtigen, das natürlich ganz oben lag und als es dann langsam dunkel wurde, war es auch ziemlich kalt. Doch dann sind wir auch mal angekommen. Ich war so fertig, aber soooooooooo megastolz auf meine Leistung. Der Abstieg war für den nächsten Tag vorgesehen, aber nicht ohne ganz in der Frühe bei einer Nudelsuppe einen der berühmten Sonnenaufgänge zu bewundern. Echt ein unbeschreibliches Erlebnis. Der darauf folgende Abstieg war steil, geländerfrei, gerade und nach lachhaften 2,5h absolviert. Noch ein paar Souvenirs gekauft und ab mit dem Bus (diesmal in 4h und auf einer holperfreien Autobahn) zurück nach Nanjing. War das ein anstrengendes Wochenende! Und das bisher schönste Erlebnis in China!! Sonnenbrand im Gesicht und Zerrungen in den Waden, aber einzigartige Fotos und einen gestrafften Po mit dem Intensivsportprogramm :) Zurück in Nanjing ist es mir aber sofort aufgefallen, der Smog hier ist zur Zeit echt belastend. Man sieht den Staub um Häuser und beim Atmen merk ich den Widerstand und das Ziehen in meiner Lunge. Es müsste bald regnen, damit der Smog weggewaschen wird, ich möchte mir nicht vorstellen, dass es in Shanghai fast immer so ist...Überhaupt ist es meine Pflicht euch mitzuteilen, dass ich es in China zur Zeit nicht mehr so lustig finde. Was ich erlebe ist der Wahnsinn, aber ich fühl mich zur Zeit echt genervt von den Menschen. Dieses ständige Angestarre, das langsame Rumlatschen, das sinnlose Hupen an roten Ampeln, „Waiguoren!“, das Rumrotzen, Motorradfahrer, die einen über den Haufen fahren, das Andrehen von Waren, die man nicht will,...war am Anfang ganz witzig, aber jetzt merk ich, dass ich bei solchen Sachen teilweise echt aggressiv werde, aber ich hoffe, das geht wieder vorbei, ich denke, das ist normal. Ansonsten habe ich nur noch zu berichten, dass es nun feststeht, dass ich am 13.11. nach Peking fahre und ich morgen zum Model werde. Ich habe nun endlich mein Fotoshooting in die Wege geleitet und ich bin echt gespannt. Olli hat ihre Fotos bekommen und sie sehen wirklich absolut professionell und echt super aus. Will ich auch :) Naja, heute Abend geht’s aber noch auf einige Halloween-Parties, also hoffe ich, dass ich morgen noch fit genug aussehe und man meine Augenringe noch mit Fotobearbeitungsprogrammen wegradieren kann ;)

Letzte Grüße aus dem Wohnzimmer sendet euch die Bergbezwinger-Karo :)
Bambusdrache · 45 mal angesehen · Einen Kommentar verfassen
09 Okt 2009 
...und somit auch das verdiente Faulenzen, also macht euch bereit von meiner ersten großen Reise zu erfahren, meine Erlebnisse in einer anderen chinesischen Stadt und wie ich mich richtig unbeliebt bei meinen Mitbewohnern mache (dazu im Teil 2).


Bambusdrache · 65 mal angesehen · Einen Kommentar verfassen

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