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27 März 2010 
Tut mir leid!!!Ich habe euch nicht vergessen und ich hoffe, meine lieben Leser haben mich auch nicht verlassen...Ihr in Deutschland habt erfahren, was hier bei mir abging auch ohne Worte. Erstma nichts und dann non-stop 28h-Tage. Also, macht euch heute für eine bereit für die März-Zusammenfassung. Mein zweiter Monat in der Firma und die relaxten Tage nehmen schlagartig ab, stand doch in den Wochen vor dem 16.3. alles im Zeichen der EXHIBITION. Ein großes Event auch für mein Praktikumssemester, wird hier mein Einsatz doch besonders verlangt. Mit Exhibition ist Solarcon gemeint, eine Messe für die Photovoltaik-Industrie auf dem Messegelände Shanghais im reichen Pudong, an der wir als Außsteller teilgenommen haben. Im Vorfeld viele Einladungen an Kunden verschicken, Mitnehmsel-Tütchen füllen und andere Vorbereitungsarbeiten. Die eigentliche Messe vom 16.-18. März hat ihre Spuren hinterlassen, im Kopf und am Bauch. Kam es nämlich, dass meine Arbeit im Messestand eher gering ausfiel, hier und da mal für Ordnung sorgen, Besucher herumführen und ein angenehmes Klima für die Besucher verbreiten. Ich glaube herausgefunden zu haben, dass chinesische Männer generell verliebt in mich sind. Jeder zweite will mich heiraten, aber garantiert jeder möchte mein „boyfriend“ werden. Woran das liegt? Vielleicht ist es meine charmante Verwendung von ulkigen Umschreibungen bei der chinesischen Erklärung der Funktionsweise unserer Vorzeigemaschine oder einfach nur, weil ich ja so „piaoliang (beautiful)“ bin. Der Hinweis, dass ich ja einen „boyfriend“ in Deutschland habe, schreckt keinen ab (man braucht unbedingt auch einen in China „zum Chinesisch lernen“) und so habe ich selber auch einige Visitenkarten von Interessenten gesammelt. Jedenfalls sind alle Chinesen immer ganz supergut drauf, wenn ich einfach nur „Nihao“ sage. Einen Freund zum Chinesischlernen brauch ich nicht unbedingt, haben diese 3 Messetage doch großen Effekt auf meine Sprache gehabt. 4 Tage lang praktisch ständig nur Chinesisch, hauptsächlich mit meinen Kollegen, mit denen ich sonst hauptsächlich Englisch oder Deutsch rede. Englisch is irgendwie anstrengender geworden...Am Abend jeweils noch ein leckeres ausgiebiges Geschäftsessen (köstlich, aber das Ende meiner (wirklich ernst gemeinten) Diät) und ich war um 8 abends bereit fürs Bett. Wirklich ein paar lustige aber mörderisch ermüdende Tage. Ich war aber auch von Anfang an nicht fit genug für Solarcon. Hatte sich doch für das Wochenende davor die Bande aus Nanjing zum Besuch angekündigt, was natürlich Karaokenächte mit wenig Schlaf mit sich brachte. Absolut kurios, unser Treffen. War ja nicht so, dass ich nicht wusste, dass die Uni-Freunde in Shanghai sind, aber eigentlich war ein Treffen erst zum Abend vorgesehn. Ich also noch am Peoples Square einen schicken Rock für das Solarcon Business-Outfit besorgt, laufe bzw. drängel ich shopping-glücklich zur wochenendvollen Ubahnstation. 5 Meter vor mir ein auffällig grüner Mantel, ich denke gedankenlos, könnte die Tessa sein, sie hat auch so einen. Guck ich auf einmal nicht schlecht, als auch die Haarfarbe zu Tessa passen könnte und überhaupt, die Leute daneben sehen aus wie Katrien, Schwiss-Guy Romain, Kien und Tine (wieder vereint und auch in Shanghai Praktikum-machend). Und so kommts, dass ich natürlich aufgeregt in sie reingerannt bin, denn welch Zufall muss es sein, an einem der größten Menschenansammlungspunkten der Welt über seine Freunde zu stolpern =) Waren am SO noch alle im Urban Planning/Stadtplanungsmuseum. Echt absolut tolles Museum mit sehr interessanten Vergleichen von Shanghai heute und vor 80 Jahren und einer ganzen Ausstellung über die Expo-Entwicklung. Mit Romain gehe ich übrigens nächsten Monat zur Formel 1 hier in Shanghai, Schumi gucken (hihi). Hab das zwar bestimmt schon seit 6 Jahren nicht mehr im TV angeguckt, aber wo man eben schonmal hier ist....Das Wochenende nach der Solarcon war auch nicht erholsamer. Habe mich mit einer chinesischen Freundin von meinen Zwickauer Vorgängern getroffen und als wir nach und nach herausgefunden haben, dass wir die gleichen Interessen haben, vor allem Shopping, hat sich das geplante Mittagessen zu einem stundenlangen Shoppingtrip ausgeweitet. Am Abend dann Abschiedsparty von Cynthia in einem der größten Snob-Clubs, den ich je gesehen hab. Eintritt, nur wer auf der Liste steht, Haifischbecken, Cocktails ab 10€, alle tragen Anzug. High-Society absolut. Und am Sonntag: Wohnungsbesichtigung :) Ja, einige wollten immer wissen, wo ich denn wohne, seit MI kann ich sagen: in meinem eigenen Apartment in Xujiahui. Xujiahui ist so etwas wie die kleine Innenstadt für mich. Hier gibt’s ne Menge Einkaufsmöglichkeiten und viel zu Essen. Ich habe auch schon vor meiner Wohnung in Xujiahui gewohnt, nur weniger nobel im Motel. Einen Monat lang hatte ich jetzt ein kleines, aber ausreichendes ordentliches Motelzimmerchen. Ich hatte auch geplant, meinen SH-Aufenthalt einfach hier zu verbringen, nur hat mich gestört, dass ab Mai, wenn die Expo hier startet, der Preis einfach übertrieben hoch schießen würde, was übrigens in allen Hotels während der Expo-Zeit passiert. Also, doch nochmal über eine Wohnung nachgedacht. Eine, meiner chinesischen Arbeitskollegen hat ihren Makler, der ein guter Freund von ihr ist, in die Spur geschickt und siehe da, plötzlich ist jemand bereit ein Einzelapartment für 4 Monate (länger brauch ichs nicht, aber länger wills jeder vermieten) zu vermieten. Geguckt. Genickt. Genommen. Am MI Vetrag unterschrieben und heute mal Zeit gefunden einzuräumen. Es ist sooooooo schön und vor allem sooooo schön sauber =) und sooooo nah zur Ubahnstation, d.h. ich kann endlich länger schlafen =) Und wie ich das nötig habe. Die oben berichteten 2 Wochen Dauerstress durch Fremdenführerei, Einkaufsmarathons und Chinesisch-sprechen am laufenden Band, schlugen diesen MO am härtesten ein. Burn-out. Immer müde, keine Konzentration. Ich muss schlafen. Dieses Wochenende schon gut genutzt und die Diät wird auch wieder aufgenommen. Jedenfalls ess ich jetzt jetden Tag einen Salat und fühle mich so, als ob ich richtig was gutes getan hätte. Am Abend dann jeweils ein Besuch bei meiner Lieblings-Japanischen-Nudelkette Ajisen Ramen und der Tag ist gerettet. Ich pack meine Tasche für morgen zum Umzug einer neuen Ladung Dinge in mein feines für Besuche-offenstehendes Apartment in Xujiahui.
Eure Karo, die schon seit Tagen das Hotel beklaut indem sie Zahnpasta und Hausschuhe für den Umzug sammelt=)
Bambusdrache · 31 mal angesehen · Einen Kommentar verfassen